Verkehrspsychologische Arbeit mit Punktetätern - BNV Verkehrspsychologen - BNV Kongress, MPU Klienten Beratung
4. BNV-Kongress

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SPRECHEN ZU HERZ, HIRN UND FUSS - verkehrspsychologische Arbeit mit Punktetätern

Kassel 23.-24.03.2012

Der Kongress hatte knapp 90 Teilnehmer. Laut mündlichen Äußerungen und den Rückmeldefragebögen sind die Teilnehmer zufrieden bis sehr zufrieden gewesen. Für März 2014 planen wir eine neue Veranstaltung am selben Ort.

Hier zunächst eine tabellarische Übersicht und weiter unter auf der Seite einige Abstracts. Wir werden Berichte zu einzelnen Themen, sofern die Autoren sie anfertigen und zur Internetveröffentlichung freigeben, hier einpflegen.

23. März


10:45 Dr. Bernd Rothenberger Willkommen zum Kongress! 15 Min.
11:00 Rüdiger Born Aktueller Stand und Agenda des neuen Punktesystems - jetzt das Gesetz mit entwickeln und ab 2014 im Rahmen des Gesetzes arbeiten 30 Min.
11:30 Peter Glowalla Neue Fahreignungsseminare gemeinsam durchführen - Fahrlehrer und Verkehrspsychologen ab 2014 im selben Programm 30 Min.
12:00 Jörg-Michael Sohn Ruth Sarah Born Klient, der hat 4 Ecken, 4 Ecken hat Klient - psychodramatische Darstellung unserer Bilder über unsere Klienten 30 Min.
12:30

Mittagspause


14:00 Dr. Hans-Joachim Hellwig Fahren nach eigenen Gesetzen - Therapeutische Interventionen in der Verkehrspsychologischen Beratung 90 Min.
15:30

Kaffeepause


16:00 Dr. Joachim Seidl Verkehrspsychologische Therapie mit Punktetätern: Was wollen wir (1) bei unseren Kunden erreichen, (2) evaluieren, (3) von der Gesellschaft ? 60 Min.
17:00 Hermann Pankratz Wenn zwei einander berühren, und sei es nur für kurze Zeit - Zur Methodik der Verkehrspsychologischen Beratung 30 Min.
17:30

Pause


18:00- 19:00 Sven Jensen Kognitive Verhaltenstherapie in der Verkehrspsychologischen Therapie (Sokratischer Dialog, Disputation zu irrationalen Denkmustern) 60 Min.
24. März



09:00 Jörg-Michael Sohn Autofahren?- Aber sicher – mit Gefühl! (Workshop) 90 Min.
10:30

Kaffeepause


11:00 Jürgen Brenner-Hartmann Weiterentwicklung der Beurteilungskriterien, speziell der Hypothesen H5 und H6 90 Min.
12:30

Mittagspause


13:45 Dr. Karl-Friedrich Voss Verkehrsbeteiligung, Verkehrskontrollen und Unfallrisiko 30 Min.
14:15 Rüdiger Born Alte Verkehrspsychologische Beratung und neues Fahreignungsseminar – Fragen und Antworten 30 Min.
14:45 Born, Born, Hellwig, Sohn Abschluss und Ausblick 15 Min.
15:00

Kaffeepause


15:30
BNV - Mitgliederversammlung 2012



Freitag, 23. März 2012

10:45 Dr. Bernd Rothenberger Willkommen zum Kongress! 15 Min.


11:00 Rüdiger Born Aktueller Stand und Agenda des neuen Punktesystems - jetzt das Gesetz mit entwickeln und ab 2014 im Rahmen des Gesetzes arbeiten 30 Min.

Der Gesetzgeber will Anfang 2014 ein neues Punktesystem in Kraft gesetzt haben. Es soll für den Staat einfacher zu handhaben sein, für den Bürger einfacher zu verstehen sein, und es soll die Unfallrisiken besser widerspiegeln. Im Zuge dieser Novellierung werden die Fördermaßnahmen überarbeitet: die verkehrspsychologische Beratung fällt de facto fort, die ASP sollen künftig neben dem Fahrlehreranteil auch einen verkehrspsychologischen haben. Die Ausgestaltung dieses neuen ASP, das dann Fahreignungsseminar heißen wird, ist in wesentlichen Punkten noch offen: welchen Umfang soll die Maßnahme haben, wie viele Menschen sollen an ihr teilnehmen, wie soll die Zusammenarbeit zwischen Fahrlehrer und Verkehrspsychologe funktionieren, welche Inhalte sollen vermittelt werden, mit welchen Methoden, wie therapeutisch soll es sein, welche Verkehrspsychologen sollen zur Durchführung berechtigt sein, wer lässt sie zu, wie werden sie beaufsichtigt? Der BNV ist an den Beratungen beteiligt, hat einige Vorschläge gemacht, wird es auch weiterhin tun, und er bietet sich an, auch Vorschläge von Kongressteilnehmern zu integrieren.



11:30 Peter Glowalla Neue Fahreignungsseminare gemeinsam durchführen - Fahrlehrer und Verkehrspsychologen ab 2014 im selben Programm 30 Min.

Peter Glowalla ist 1. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V.


12:00 Jörg-Michael Sohn Ruth Sarah Born Klient, der hat 2 Pole, 2 Pole hat Klient - psychodramatische Darstellung unserer Bilder über unsere Klienten 30 Min.

Unsere Verkehrsklienten sind so unterschiedlich wie Menschen insgesamt - und unsere therapeutischen Erfahrungen und Überzeugungen unterscheiden sich nicht weniger. In spielerischer Weise soll diese Spannweite sichtbar gemacht werden. Wir wollen Pole von Sichtweisen, Zuordnungen, Schubladen, Vor-Urteilen und Erfahrungen vorgeben und die Teilnehmer gruppieren sich anhand der jeweils aufgezogenen Dimension im Raum - so entsteht schnell ein Bild von den Bildern, die wir von unseren Klienten haben.

Mögliche Pole könnten sein:

Unsere Arbeit mit Punktetätern ist sehr erfolgreich vs. ist nicht erfolgreich

Punktetäter haben ein emotionales vs. ein kognitives Problem

Punktetäter sind kriminell vs. krank

Am Ende folgt eine kurze Auswertung, wie man sich selbst im Vergleich zu Kollegen/innen positionierte und ob die Ergebnisse interessant sind, überraschten.



14:00 Dr. Hans-Joachim Hellwig Fahren nach eigenen Gesetzen - Therapeutische Interventionen in der Verkehrspsychologischen Beratung 90 Min.

Verkehrspsychologische Beratungen nach StVG stellen an uns besondere Anforderungen, da wir innerhalb von 180 Minuten mit unseren Klienten zu einem Ergebnis kommen wollen, das verkehrsrelevante verhaltensbezogene Veränderungen zumindest anstrebt. Vor dem Hintergrund, dass Fehlverhalten im Straßenverkehr mit persönlichen Problemhintergründen in Zusammenhang steht, die sich dem verkehrs-auffälligen Kraftfahrer selbst zumeist nicht erschlossen haben, lässt sich mit Recht die Frage stellen, ob es unter solchen Bedingungen überhaupt möglich ist, Verhaltensveränderungen in so kurzer Zeit wahrscheinlich zu machen.

Es wird in diesem Vortrag um folgende Fragen gehen:

Wie können wir in der Verkehrspsychologischen Beratung auf Klienten einwirken, bei denen das Fahren nach eigenen Gesetzen offensichtlich ist?

Wie können wir intervenieren, wenn es um Delikte wie Telefonieren am Steuer, Missachtung der Vorfahrt, Unterschreitung des erlaubten Mindestabstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug, Nichtbeachtung einer Lichtzeichenanlage, Gebrauch oder Gestatten des Gebrauchs nicht versicherter Kraftfahrzeuge bzw. Inbetriebnahme eines nicht zugelassenen Fahrzeugs oder Fahren ohne Fahrerlaubnis geht?

Da ich auf dem letzten BNV-Kongress im Jahr 2008 das Thema Geschwindigkeitsüberschreitung vorgestellt habe, werde ich es bei diesem Vortrag aussparen.

In dem 90-minütigen Workshop ist vorgesehen, konkrete Fälle vorzustellen als auch den Teilnehmern des Workshops auf Wunsch die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Fälle vorzustellen und gemeinsam auf Lösungschancen hin zu diskutieren.



16:00 Dr. Joachim Seidl Verkehrspsychologische Therapie mit Punktetätern: Was wollen wir (1) bei unseren Kunden erreichen, (2) evaluieren, (3) von der Gesellschaft ? 60 Min.


17:00 Hermann Pankratz Wenn zwei einander berühren, und sei es nur für kurze Zeit - Zur Methodik der Verkehrspsychologischen Beratung 30 Min.


18:00- 19:00 Sven Jensen Kognitive Verhaltenstherapie in der Verkehrspsychologischen Therapie (Sokratischer Dialog, Disputation zu irrationalen Denkmustern) 60 Min.

Sven Jensen, 43 J., Diplom-Psychologe,

Kognitiver Verhaltenstherapeut,

Fachpsychologe für Verkehrspsychologie, Verkehrspsychologischer Berater,

Abstract:

Die Kognitive VT bietet spezifische Methoden der Kognitiven Umstrukturierung, die im Sokratischen Dialog eine hohe Komplexität erreicht haben und über die in der VT übliche Realitätsprüfung weit hinausgehen. Diese passen hervorragend in die Fahreignungs-Beratung. Der Sokratiker prüft mit dem Klienten, welche Werte er im Verkehr realisiert bzw. zukünftig realisieren will und unterstützt so die Steigerung der Fahrerintelligenz i. S. v. Dr. Rothenberger. Im Einzelnen wird im Vortrag dargestellt werden:

1. Was ist ein Sokratischer Dialog (SD)?

2. Wie steht er im Rahmen einer Theorie des Fragens als Interventionsform z. B. im Vergleich mit der Disputation?

3. Wie unterscheidet sich die explikative von der normativen oder funktionalen Form des SD?

4. Wie kann ich diese in der Verkehrspsychotherapie (VPT) bzw. Verkehrspsychologischen Beratung (VPB) einsetzen?

5. Welche Voraussetzungen braucht eine Sokratik, um in der VPT / VPB zu funktionieren?


Samstag, 24. März 2012

24. März 09:00 Jörg-Michael Sohn Autofahren?- Aber sicher – mit Gefühl! (Workshop)
90 Min.

Gutes, sicheres Autofahren ist nicht nur eine Sache des Verstandes, sondern auch eine Sache des Bauches: Es reicht nicht, Unfallwahrscheinlichkeiten zu kennen, Bremswege berechnen zu können, gesetzliche Regelungen zu akzeptieren – der neue, erst einmal kognitiv erarbeitete Fahrstil muss sich auch richtig und gut anfühlen und es muss in Übereinstimmung mit dem eigenen Wertesystem stehen. Diese Veränderung ist im wesentlichen ein Lernen, das in der Realität stattfinden muss – aber es kann auch in verhaltensändernden Maßnahmen vor Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis vorbereitet werden: Eigene frühere Erfahrungen der Klienten können umgedeutet werden, Zusammenhänge begriffen werden, Aha-Erlebnisse produziert werden, konstruktivere Verarbeitungen von Erfahrungen können gebahnt werden.

Methoden, Module, Miniübungen, die diesem Ziel dienen, sollen in diesem Workshop vorstellt, zusammengetragen und entwickelt werden. Neben einem Grundstock von in langjähriger Praxis erprobten Vorgehensweisen, Beispielen und Illustrationen sollen auch Werkzeuge aus dem Nähkästchen der Teilnehmer vorgestellt werden und gemeinsame neue überlegt und entwickelt werden.


11:00 Jürgen Brenner-Hartmann Weiterentwicklung der Beurteilungskriterien, speziell der Hypothesen H5 und H6 90 Min.

Jürgen Brenner-Hartmann ist Federführender des Ständigen Arbeitskreises Beurteilungskriterien, von denen in 2013 die dritte Auflage erscheinen soll.



13:45 Dr. Karl-Friedrich Voss Verkehrsbeteiligung, Verkehrskontrollen und Unfallrisiko 30 Min.


14:15 Rüdiger Born Alte Verkehrspsychologische Beratung und neues Fahreignungsseminar – Fragen und Antworten 30 Min.

Der verkehrspsychologischer Berater blickt ins Ungewisse: habe ich nach 2014 noch den Titel, arbeite ich noch als Berater? Lohnt sich die Anpassungen ans neue QS des BDP noch für die kurze Zeit? Wie stehen die staatlichen Aufsichtsbehörden zu diesem Werk? Wird die Anerkennung nach § 71 FEV zu einer Anerkennung für die Durchführung des neuen Fahreignungsseminars führen? Die Situation soll kurz beleuchtet, und es sollen Fragen der Teilnehmer beantwortet werden.



14:45 Born, Born, Hellwig, Sohn Abschluss und Ausblick 15 Min.

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